Was ist Ju-Jitsu?

Obwohl man Ju-Jitsu oft zu den Kampfsportarten zählt, ist das traditionelle Ju-Jitsu kein Sport, sondern vielmehr eine Kunst der Selbstverteidigung und eine Lebenseinstellung. Eine Kunst sich auch gegen kräftemäßig überlegene Gegner zu behaupten. Viele Techniken zielen darauf ab, die Energie des Angreifers auszunützen. Zu diesem Zweck wendet man Hebel, Würfe und Schläge an. Man lernt seinen Geist und Körper im Gleichgewicht zu halten und ist so jederzeit bereit, sich zu verteidigen. Allerdings setzt Ju-Jitsu ein regelmäßiges Training und ständiges Arbeiten seiner Selbst voraus, um diese Techniken im Ernstfall auch effizient einsetzen zu können.

Was bedeutet Ju-Jitsu?

Wer hat sich noch nie über die verschiedensten Schreibweisen von Ju-Jitsu Gedanken gemacht und sich vielleicht gefragt, wo denn der Unterschied zwischen Jiu-Jitsu, Ju-Jutsu, Jiu-Jutsu, Ju-Jitsu und Tschiu-Tschutsu zu finden ist. All diese Schreibweisen stammen von denselben japanischen Kanchi ab. Ju bedeutet flexibel, sanft, weich und Jitsu heißt Kunst oder Technik. Von der Bedeutung her besteht kein Unterschied, doch viele Verbände benutzen gewisse Schreibweisen, um sich von den anderen Verbänden unterscheiden zu können.

Die Geschichte des Ju-Jitsu

Ju-Jitsu wurde vom altjapanischen Schwertadel der Samurai entwickelt. Die Ursprünge liegen, wie alle anderen alten japanischen Kriegskünste, weit über 1000 Jahre zurück. Hier ist eine Auswahl der wohl bekanntesten Ju-Jitsu Ryu (Schulen) ; diese sind Kito-Ryu, Takeuchi-Ryu, Yoshin-Ryu, Yawara-Ryu, Daito-Ryu und Hakku-Ryu.

In einigen älteren Ju-Jitsu Büchern wird Ju-Jitsu nachgesagt vor ca. 300 Jahren aus China importiert worden zu sein. Dies scheint sehr unwahrscheinlich, da nach heutigen Kenntnissen in den japanischen Schwertschulen (Ryu) schon seit Anbeginn auch waffenlose Techniken unterrichtet wurden. Die japanische Gesellschaft wurde schon seit Beginn der japanischen Geschichte stark von China beeinflusst, so wurde die japanische Schrift von der Chinesischen abgeleitet, weshalb viele alte Schriftzeichen identisch sind. Auch der Buddhismus wurde von den Chinesen ins Land gebracht und daher ist es auch nicht verwunderlich das die meisten japanischen Kampfkünste von den Chinesen beeinflusst wurden.

Mitte des 19. Jahrhunderts öffnete Japan seine Grenzen nach über 200 Jahren Isolation und schon gegen Ende desselben Jahrhunderts kamen die ersten japanischen Offiziere und Studenten nach Europa und mit ihnen auch das Judo und Ju-Jitsu, das sich vor allem in Deutschland und England rasch ausbreitete.

Erich Rahn, einer der ersten Deutschen, welcher Ju-Jitsu ausübte, bezwang diverse Ringer und Boxer und verblüffte die damalige Sportwelt mit diesen bis dahin noch unbekannten Techniken aus Japan. In der Zwischenzeit wurde das Ju-Jitsu in Europa an unsere Kultur angepasst und zu einem europäischen Selbstverteidigungs-System.