Was ist Ju-Jutsu?

Ju-Jutsu, das ist eine moderne Art der Selbstverteidigung. Eine Mischung aus Judo, Boxen, Karate und mittlerweile allen erdenklichen Kampfkünsten.

Um immer den Erforderlichkeiten des „Alltags“ gerecht werden zu können ist Ju-Jutsu erfüllt vom Geist des stetigen Wachsens und Lernens und nimmt so immer neue Strömungen auf, ohne die Traditionen zu vernachlässigen.


JuJutsu ist geeignet für jedermann:

Ob jung oder alt, Mann oder Frau, Kind oder Kegel. Für jeden ist etwas dabei!
JuJutsu im Verein bietet darüber hinaus Geselligkeit mit Gleichgesinnten, Spaß und Fitness in der Gruppe.

Und ganz nebenbei lernt man Selbstbehauptung und -Verteidigung.

Selbstverteidigung nach den Budo-Prinzipien

Ju-Jutsu ist die moderne Selbstverteidigung aus der Praxis für die Praxis. Sie ist leicht erlernbar, vielseitig anwendbar und äußerst effektiv. Ju-Jutsu geht zurück auf die in Japan in Jahrhunderten entwickelten waffenlosen Selbstverteidigungssysteme. Nahezu alle im Ju-Jutsu enthaltenen Elemente stammen aus Sportarten, die sich mit speziellen Gebieten der Selbstverteidigung auseinandergesetzt und diese perfektioniert haben. Neben den Grundelementen Bewegungsformen, Falltechniken, Abwehrtechniken, Schläge, Tritte und Stöße sind ebenso Wurf- und Hebeltechniken der unterschiedlichsten Form im Ju-Jutsu vertreten.

Alle Techniken können - je nach Situation und Notwendigkeit - sowohl in sehr harter und zerstörerischer Form als auch relativ sanft angewendet werden. Dies eröffnet dem Verteidiger stets die Möglichkeit, sich im Rahmen der gesetzlich geforderten Verhältnismäßigkeit zu bewegen. Die Härte der Verteidigung muss dem Angriff angemessen sein, so dass kein Missverhältnis entsteht.


Ju-Jutsu ist ein Grundlagenbestandteil bei der Ausbildung von Polizei und BGS in der Selbstverteidigung.

Ju-Jutsu ist Partner des Ju-Jitsu Federation Europas.

Elemente und Prinzipien des Ju-Jutsu

Das Ju-Jutsu beinhaltet mehr als der Name allein erkennen lässt. "Ju" bedeutet "sanft', d. h. ausweichen, anpassen, nachgeben. "Jutsu" bedeutet "Kunst oder Kunstgriff". Ju-Jutsu ist also die Kunst, durch Ausweichen oder Nachgeben die Kraft des Angreifers zu nutzen und ihn damit zu besiegen. Falls erforderlich, kann ein Angriff aber auch in direkter Form, z. B. durch Atemi (Schock)- Techniken abgewehrt werden. Über allen Verteidigungstechniken steht das "ökonomische Prinzip", also "mit dem geringsten Aufwand den größtmöglichen Nutzen zu erzielen", Alle Verteidigungstechniken können in weicher oder harter Form mit vielen Zwischenstufen nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit angewandt werden. Sollen die Techniken voll wirksam werden, müssen ihre Prinzipien beachtet werden. 'Wirksamkeit' heißt nicht Kraft oder Gewalt, sondern richtige Technikanwendung und -ausführung. Nur SO ist es auch Kleineren oder Schwächern möglich, sich gegen stärkere Angreifer erfolgreich zu verteidigen.


Ju-Jutsu - das neue System

Das Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführte Jiu-Jitsu war in den 60- er Jahren nicht mehr zeitgemäß. Es war dringend erforderlich, etwas Neues, vor allem aber wirkungsvolleres zu schaffen. Hochgraduierte Dan-Träger erhielten den Auftrag, eine moderne und effektive Selbstverteidigung zu erarbeiten. Federführend dabei waren Franz Josef Gresch und Werner Heim. Sie stellten aus den verschiedensten BudoSystemen die wirkungsvollsten Techniken zu einem neuen System zusammen, das den Namen Ju-Jutsu erhielt.

1969 wurde das neue Ju-Jutsu dann in Deutschland eingeführt. Es geht nicht mehr vom Angriff aus, sondern primär von den Verteidigungstechniken. Alle Verteidigungstechniken sind gegen mehrere Angriffsarten anwendbar. Ziel ist es, die Bewegungsabläufe durch ständiges Training so zu automatisieren, dass die Verteidigung ohne Nachdenken erfolgt, d. h. automatische Reflexe im Unterbewusstsein (so genannte Automatismen) ablaufen.

Textauszüge aus dem Ju-Jutsu 1x1, 9. Auflage 1999, DJJV